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Lovoo Razzia wegen Betrug – Abzocke mit Fake-Profilen

Am Mittwoch stürmten 200 Polizisten die Geschäftsräume des beliebten Portals „Lovoo“ in Dresden. Dabei wurden zwei Geschäftsführer der Firma sowie weiter Mitarbeiter verhaftet.

Fake-Profile sollten Usern abzocken

Grund für die Razzia ist gewerbsmäßiger Betrug: Lovoo soll mit Hunderten von selbst erstellten, weiblichen Profilen aktiv (männliche) Nutzer dazu gebracht haben die kostenpflichtigen Funktionen der App zu kaufen. Das funktionierte laut der Zeitschrift c’t wie folgt: Zahlreiche von Lovoo erstellte Fakeprofile – so genannte Promoter – simulierten „echte User“, besuchten Profile usw. Wollte der männliche User wissen wer gerade sein Profil besucht hat bzw. dem Fakeprofil schreiben wollte wurde er zur Kasse gebeten. So soll Lovoo innerhalb von rund einem Jahr mit bis zu 477 Fake-Profilen mehr als eine Million Euro Umsatz gemacht haben. Den Skandal hatte c’t bereits im Herbst 2015 aufgedeckt, nachdem dem Computer Magazin ein 50 Gigabyte großes Datenpaket zu den Machenschaften von Lovoo zugespielt wurde.

Was sagt Lovoo zu den Vorwürfen?

 

Lovoo Razzia

Offizielle Stellungnahme von Lovoo

Gibt es heute immer noch Fake-Profile auf Lovoo?

Die Unterlagen der c’t beziehen sich auf den Zeitraum vom 14.6.2013 bis 23.7.2014 – sind also bereits fast zwei Jahre alt. Die große Frage für aktive Nutzer von Lovoo ist nun, ob diese Praktiken immer noch angewendet werden. Auch wir sind in unserem Test in den letzten Monaten über diverse Fakes gestolpert – meist waren dies jedoch Fake-Profile um andere Webseiten zu bewerben.

Ein besonders merkwürdiger Fall ist uns jedoch kurz nach der Razzia auf Lovoo aufgefallen:

lovoo-fake-abzockeNachdem unser Test-Profil einen Match mit einer sehr attraktiven Frau hatte kamen wir ins Gespräch. Vorab hatten wir bereits geprüft, ob das Profil echt sein könnten. Eine kurze Bild-Suche bei Google ergab, dass die Bilder von einer Frau aus den USA stammten. Ganz klar also ein Fakeprofil, wir waren aber gespannt, was die Intention dahinter war –  wir hatten ja bereits einen VIP-Account bei Lovoo.

Wir versuchten das Fake-Profil mit spezifischen Fragen zu entlarven, was aber nicht wirklich von Erfolg gekrönt war. Auch wurde nicht versucht uns auf andere Seiten zu locken oder uns irgendwie anders Geld aus der Tasche zu ziehen.

Nach Beendigung des Dialoges jedoch kam der Hammer: Plötzlich „outete“ sich das Fake Profil als Mitarbeiter von Lovoo, welcher scheinbar in Indien sitzt und sich laut eigener Aussage zur Aufgabe gemacht hat „stetig an besseren Fake Profilen“ zu arbeiten. Um diese Aufgabe bestmöglichst zu erledigen folgte eine kleine Umfrage.

Wir konnten unseren Augen kaum glauben und dachten an einen Scherz eines User oder vielleicht um eine Strategie eines Konkurrenten Lovoo weiter in den Dreck zu ziehen.

Nachdem wir nun zu erkennen gaben, dass wir von BesserZuZweit bei Lovoo waren um die Plattform zu testen und diesen Chatverlauf veröffentlichen werden war das Gespräch sofort beendet und wenige Sekunden später das Fake Profil gelöscht und nicht mehr aufzufinden.

Es gibt für diesen sehr merkwürdigen Fall eigentlich nur drei Erklärungen:

  1. Ein normaler User wollte sich einen Spaß erlauben und hat sich dann direkt gelöscht
  2. Ein Konkurrent versucht Lovoo weiter zu in den Dreck zu ziehen und hat sich dann gelöscht.
  3. Lovoo selbst versucht statt über computergenerierte Fakeprofile nun über tatsächliche Menschen (in Indien?!) das „perfekte Fakeprofil“ zu erstellen, wie es auch bereits Anbieter wie Linduu durchführen.

Die dritte Erklärung wäre mit Abstand die unglaublichste, da Lovoo aktuell sicherlich bereits genug Probleme hat und im Fokus der Justiz steht.

Habt ihr ähnliche Gespräche bei Lovoo gehabt? Falls ja, kommentiert bitten unter diesem Artikel und schildert uns den Verlauf des Chats.

Aktuell können wir bis zur Klärung des Fake-Vorwurfs leider nur von der Nutzung von Lovoo abraten!

 


Kommentare

Helmut Online Juni 12, 2016 um 6:08 pm

Bei anderen Dating Anbietern wie bespielsweise c-date wird der Betrug vermeintlich durch die AGB gedeckt: der (weibliche) Nutzer stimmt zu, dass in seinem Namen von cdate Nachrichten verschickt werden, um die Aktivität zu steigern. Kündigen kann man sein Abo nur per Fax nach Luxemburg… Und das ist kein Betrug? Wo bleiben hier „Fachpresse“, Polizei bzw. Staatsanwaltschaft? Die ganze Branche inklusive Vergleichsseiten und Vermarktern schneidet sich auch ihre Scheibe am durch Betrug generierten Gewinn ab.

Antworten

mike Oktober 6, 2017 um 5:57 pm

also ich hätte bei lovoo Glück und ein echt schönes Sexsate

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